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Andrea Kutsch:
Die Pferdeflüsterin erzählt


Rezension: © 2007 Bettina Klamann

Als Pferdeflüsterin versteht Andrea Kutsch sich wahrscheinlich erst in zweiter Linie. In erster Linie sieht sie sich möglicherweise als eine, die den Pferden zuhört. Und wer hat sich das als Kind nicht auch schon gewünscht…die Sprache seines Tier-Kameraden zu verstehen?! In Amerika hat Monty Roberts Wildpferde beobachtet und ihre Gesten und ihr Verhalten als eine Art Sprache analysiert und codiert. Sein Wissen gibt er an unzählige Pferdefreunde weiter. So auch an Andrea Kutsch.
Andrea Kutschs Buch „Die Pferdeflüsterin erzählt“ ist eine Art Erfolgsbiografie beginnend mit ihren eigenen ohnmächtigen Erfahrungen als Kind bis zur Gründung ihrer „Pferde-Akademie“ 2006 in der Nähe von Berlin, in der sie nach dem Ansatz von Monty Roberts den gewaltfreien, partnerschaftlichen Umgang mit Pferden verbreitet. Der gewaltfreie Umgang auch und gerade mit Problempferden hat für sie oberste Priorität. Die am häufigsten von ihr im Buch dargestellten Probleme sind dabei Schwierigkeiten von Rennpferden in der Startmaschine oder Verladeprobleme. Auch wenn es manchem Reiter bei Schwierigkeiten mit dem Pferd so erscheint als gehe das Tier strategisch vor, um seine Anweisungen zu umgehen, schildert Kutsch Pferde als Tiere, die nur auf assoziative Bilder spontan reagieren. Negative Bilder oder Erfahrungen versucht Kutsch im Training deshalb durch positive Bilder zu überlagern. Egal wie groß oder klein der Schritt eines Pferdes in seinem Lernprozess ist, Kutsch versucht jede Trainingseinheit mit einem kleinen Leistungserfolg des Tieres abzuschließen.
Zu den Tieren, die Kutsch trainiert, gehören aber auch immer die Menschen als ihre Besitzer. Im Positiven ist das natürlich Monty Roberts, der ihr selbst eine neue Perspektive eröffnet hat. Im Negativen sind es Pferdepfleger und –besitzer, die der Aufsteigerin den Erfolg neiden und auch die Einbeziehung der Medien nicht scheuen, um Kutschs Arbeit zu diskreditieren. Viel Enttäuschung klingt dabei mit, wenn Andrea Kutsch über sie berichtet.
Andrea Kutschs „Die Pferdeflüsterin erzählt“ ist eine sehr einfühlsam und human in die Pferdepsyche erzählte und dynamisch geschriebene Biografie über ein Erfolgsunternehmen. Pferdefreunde, die ebenfalls den gewaltfreien Umgang mit dem Partner Pferd suchen, werden in ihrem Weg bestätigt. Eine detaillierte Methodik über Monty Roberts Vorgehen sollen sie von dem Buch aber nicht erwarten.



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